Minister Thomas Strobl nimmt den nächsten Teilbereich des Glasfaserausbaus im Landkreis Karlsruhe offiziell in Betrieb

Ein weiterer Schritt für den Glasfaserausbau im Landkreis Karlsruhe ist erfolgt. Symbolisch wurden neue Hausanschlüsse in Waghäusel in Betrieb genommen.


Seniorenwohnanlage in Waghäusel hat Zugang zu schnellem Internet

Der Breitbandausbau ist im Landkreis Karlsruhe bereits seit über zehn Jahren ein zentrales Thema für zukunftsfähige Infrastruktur. Bund und Land haben für die Errichtung der Leitungen rund 112 Millionen Euro Förderung bewilligt. Die eigens zu diesem Zweck gegründete Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) stellte schon früh die ersten notwendigen Förderanträge. In Waghäusel wurden am Mittwoch, 20. August, weitere Gebiete, die ersten sogenannten Grauen Flecken, in Betrieb genommen. Den symbolischen Start nahmen Innenminister Thomas Strobl, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Oberbürgermeister Thomas Deuschle gemeinsam an einem der neuen Hausanschlüsse, der Seniorenwohnanlage im Duttlacher Weg, vor. Als Graue Flecken gelten Anschriften, die mit maximal 100 Mbit/s angebunden waren. Durch den Ausbau und die Anbindung an die kommunalen Glasfaserleitungen sind jetzt Bandbreiten bis zu 1.000 Mbit/s möglich.

Das Land Baden-Württemberg unterstützt den geförderten Glasfaserausbau bereits seit 2016 – begonnen mit der originären Landes- und der darauffolgenden Kofinanzierung der Bundesförderung. So finanzieren beide gemeinsam 90 Prozent der Kosten, die letzten zehn Prozent werden als Eigenanteil von der jeweiligen Kommune getragen. Insgesamt konnte der Landkreis Karlsruhe durch die Förderung bereits 4.000 Hausanschlüsse herstellen. Durch die aktuell stattfindenden Baumaßnahmen neben Waghäusel auch in Forst, Gondelsheim, Karlsbad, Pfinztal, Oberderdingen oder Karlsdorf-Neuthard können weitere 3.500 Hausanschlüsse hinzukommen. Der Stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl sagt: „Glasfaser ist nicht bloß Infrastruktur – sie ist Einladung an die Zukunft, sich hier bei uns niederzulassen. Und in diesem Sinne hat die Stadt Waghäusel heute gleich doppelt Grund zu feiern: Einen weiteren Abschnitt ihres Glasfasernetzes nehmen wir heute in Betrieb. Die Bürgerinnen und Bürgern und die Unternehmen vor Ort können von nun an das schnelle Internet nutzen. Und mit dem heute überreichten Förderbescheid für Waghäusel über rund 4,3 Millionen Euro kann sogleich das nächste Ausbauprojekt in die Startlöcher gehen.“

Positiv bewertet das auch Landrat Dr. Christoph Schnaudigel: „Wir sind auf einem guten Weg, die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser im Landkreis zu erreichen. Sie ist essentiell, um die Wohn- und Lebensverhältnisse für alle Einwohnerinnen und Einwohner beim Thema Datenübertragung und schnellem Internet anzugleichen. Dabei geht es nicht nur um private Angelegenheiten, sondern auch um Infrastruktur für eine moderne Arbeitswelt, Unternehmen oder in der Grundversorgung.“ Allein durch die Förderung könne das Ziel aber nicht umgesetzt werden. „Einen wichtigen Teil, um dieses Vorhaben zu erreichen, übernimmt der eigenwirtschaftliche Ausbau privater Telekommunikationsunternehmen“, betont er. Bereits 31 von 32 Kommunen im Landkreis haben einen entsprechenden Kooperationsvertrag mit einem Unternehmen geschlossen. Die letzte Unterzeichnung steht kurz bevor.

Die Netze BW ist für den Glasfaserausbaus im Landkreis ein zentraler Projektpartner, die bereits zahlreiche geförderte Projekte umgesetzt hat, so auch den aktuellen Ausbau in Waghäusel. „Vor rund zehn Jahren haben wir uns gemeinsam mit der BLK auf den Weg gemacht mit der Vision, Glasfaser im Landkreis Karlsruhe flächendeckend in jedes Haus zu bringen“, betont Tina Argento, Leiterin Regionalzentrum Baden bei der Netze BW. „Nach Abschluss des Breitbandausbaus in Waghäusel haben wir über 100 Kilometer Tiefbautrassen in Förderprojekten im Landkreis Karlsruhe gebaut. Hinzu kommen unzählige Mitverlegungsprojekte außerhalb der Förderung.“

Die Stadt Waghäusel konnte bereits rund 550 Hausanschlüsse herstellen. Der nächste Ausbau ist aktuell in Planung und soll noch in diesem Jahr beginnen. Oberbürgermeister Thomas Deuschle erklärt: „Häufig ist immer noch die Behauptung zu hören, schnelles Internet sei nur für die jüngere Generation relevant. Dabei kann es für ein selbstbestimmtes Leben im Alter genauso wichtig, vielleicht sogar überlebenswichtig sein. Beispielsweise durch KI-gestützte Hausnotrufsysteme, die bei ungewöhnlichen Geräuschen oder längerer Inaktivität eine Hilfskette auslösen und so das persönliche Umfeld sicherer machen. Auch die voranschreitende Telemedizin kann dazu beitragen, den Lebensalltag älterer Menschen zu erleichtern, vor allem dann, wenn diese in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Ein leistungsfähiges Breitbandnetz, in das wir in den vergangenen Jahren neben der Förderung auch selbst mehrere Millionen Euro investiert haben, dient daher der Daseinsvorsorge für alle gesellschaftlichen Gruppen.“

Ein wichtiger Partner des Landkreises, um neben dem geförderten auch den eigenwirtschaftlichen Ausbau voranzutreiben, ist die Deutsche Glasfaser. 28 Städte und Gemeinden werden durch das Unternehmen in enger Kooperation mit den Kommunen erschlossen. Mit Graben-Neudorf, Dettenheim, Philippsburg, Hambrücken und Ubstadt-Weiher sind bereits fünf Kommunen online. In Forst, Kronau und Linkenheim-Hochstetten hat der Ausbau in diesem Jahr gestartet. Bereits verlegte Infrastruktur wird in die Planung einbezogen. Damit wird die geförderte Infrastruktur nicht überbaut. In allen Kommunen gibt es bereits einen Übergabepunkt, sodass die Kunden nach Fertigstellung des Hausanschlusses durch die Unternehmen zügig versorgt werden können. „Deutsche Glasfaser ist seit dem Beginn des Glasfaserausbaus im Landkreis Karlsruhe vor über zehn Jahren mit dabei. Am Ende werden durch uns 140.000 Haushalte im Landkreis Karlsruhe die Möglichkeit haben, einen Glasfaseranschluss zu nutzen. Für die erfolgreiche Umsetzung eines Infrastrukturprojektes mit diesem Ausmaß braucht es starke Partner, darum schätzen wir die enge Zusammenarbeit mit der BLK sehr und freuen und hier gemeinsam die digitale Zukunft mitzugestalten“, so Stephan Klaus, Bereichsleiter Gebietsentwicklung bei Deutsche Glasfaser.

Neben der Deutschen Glasfaser bauen auch NetCom BW, die Deutsche Telekom und die BBV-Rhein-Neckar eigenwirtschaftlich im Landkreis Karlsruhe. Durch den vorbereitenden geförderten Ausbau und den daraufhin koordinierten eigenwirtschaftlichen Ausbau sowie die Versorgung weiterer Telekommunikationsunternehmen über Open Access rückt der Landkreis Schritt für Schritt der flächendeckenden Versorgung entgegen.